2011
06.08


Echt geile Show gewesen was Roger Waters und seine Leute gestern im Hallenstadion in Zürich boten. Das Zusatzkonzert am 7. Juni hat mit Spezialeffekten nicht gegeizt und war denn auch eine der Zeit angepasste und würdige Darbietung des The Wall Epos. Beginnend mit dem ersten Song “In the Flesh” welcher nahezu identisch mit der Albumversion daherkam und der gewaltigen Mauer welche bis zur Pause aufgebaut wurde und bis zum Einsturz deren wurde uns eine audio-visuelle Show der Superlative geboten. Besonders die filmischen Animationen welche grossflächig auf die Mauer projeziert wurden waren ausgezeichnet umgesetzt. Ausser den altbekannten Trickfilm-Animationen aus dem The Wall Kinofilm wurden die Realfilmanteile neuverfilmt und kamen ganz ohne Pink alias Bob Geldof aus.

Ticket The Wall 2011Wer Roger Waters selber seit Jahren in seiner Solokarriere verfolgt, war denn auch nicht überrascht, dass er bei allen seinen The Wall Songs mit seiner unverändert- und unverkennbaren Stimme daherkam. Erkennbar wurden einige Übergänge zwischen den einzelnen Songs neu interpretiert. Auch die Verwendung von politisch aktuellen Themen welche sich wie damals 1979 als das Album/Film erschien, mit heutigen Zuständen von Krieg, Terror und internationalem kapitalistischem Grosskommerz beschäftigen haben uns vor Augen geführt, dass der Klassenkampf von damals noch immer nicht gewonnen wurde. Im Gegenteil, unzählige Smartphone-Displays leuchteten denn auch wie damals vergleichenbare Feuezeugflämmchen im Publikum und signalisierten, dass trotz des so offenen und individuellen Social-Zeitalters doch ein jeder abhängig ist von Kommerz und Konsum. So auch Herr Altbundesrat Moritz Leuenberger welcher einem meiner Bekannten vor dem Konzert im Fahrstuhl begegnete und im feinen Anzug (und wahrscheinlich mit einem Glas Rotwein in einer der Stadion-Loge) das Konzert mitverfolgte, hätte doch seiner politischen Anfängen motiviert alles in seiner Macht stehende in Bewegung setzten können um den 68er Gedanken realität werden zu lassen. Aber lassen wir doch Roger Waters weiterhin seine Message verbreiten, wir unterhalten uns ja so gut daran auch wenn rund um uns die Welt einstürzt. Vielleicht würden alle The Wall Fans gut daran, auch die Soloalben von Roger Waters näher kennen zu lernen wie z.B. das Album Amused to Death was mehr als ein Wachrüttler ist – wie alle seine Arbeiten nach Pink Floyd.

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